"Von Frontlinien und Friedensreitern"
Ausstellung politischer Kunst von Simon Rosenthal

Montag & Dienstag, 31.08. - 01.09.
15-20 Uhr
Öffnungszeiten: 15-20 Uhr
Um Spende wird gebeten
Gruppenführungen auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich
Anmeldungen dazu unter:
christian.szibor@icloud.com
Künstler und Galerist sind anwesend
Seit sechs Jahren reiht sich in Deutschland – wie auch weltweit – ein Ausnahmezustand an den nächsten. Verordnungen, Gesetze und weitreichende politische Maßnahmen werden oft unter hohem Zeitdruck beschlossen und kurze Zeit später wieder geändert oder verworfen. Gleichzeitig werden milliardenschwere Budgets verabschiedet, deren Verwendung für viele Bürgerinnen und Bürger nur schwer nachvollziehbar ist. Währenddessen geraten Sozialstaat und Kultur zunehmend unter Druck. Fragen nach den Ursachen, den politischen Entscheidungen oder möglichen Alternativen werden häufig mit Verweis auf akute Krisen zurückgestellt.
Zurück bleibt eine Gesellschaft, die zunehmend verunsichert und polarisiert erscheint. Es hat sich der Eindruck verfestigt, dass politische Entscheidungen immer weniger durch offene demokratische Aushandlungsprozesse und immer stärker durch Macht- und Wirtschaftsinteressen einflussreicher Akteure geprägt werden.
Auch die Medienlandschaft spiegelt diese Entwicklung wider. Auf der einen Seite stehen etablierte Medien, die überwiegend die Positionen staatlicher Institutionen und traditioneller politischer Akteure vertreten. Auf der anderen Seite haben sich zahlreiche alternative Medien etabliert, die Themen und Perspektiven aufgreifen, die sie in der öffentlichen Berichterstattung unterrepräsentiert sehen.
Simon Rosenthal bewegt sich bewusst innerhalb dieser alternativen Informationslandschaft. Seine künstlerische Arbeit greift therapeutische Konzepte wie das Sichtbarmachen des Verdrängten und Unbewussten ebenso auf wie Ansätze aus der System- und Spieltheorie. Mit den Mitteln der Bildenden Kunst entwickelt er diskursive Objekte, die über Provokation, Humor und paradoxe Interventionen Denkanstöße geben und - im Sinne der historischen Friedensreiter zwischen Münster und Osnabrück aus dem 17. Jhd. - zum Dialog einladen.
Simon Rosenthal, geboren 1984, studierte Kunstgeschichte, Kunstdidaktik, Restaurierungswissenschaften und Philosophie in Bamberg und Paris sowie Malerei, Zeichnung und Kunsttherapie an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Darüber hinaus leitete er eine Kunstgalerie in Dresden und war Lehrbeauftragter an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn.


